Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft spielt seit jeher eine große Rolle im Wienerwald.

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick:
* 1002 wurde der Wienerwald das erste Mal urkundlich erwähnt. Kaiser Heinrich II. verlieh dem Babenberger-Markgrafen Heinrich I. einen Teil des Waldes.

* Nach den Babenbergern war der Wienerwald im Besitz der Habsburger. Das Gebiet wurde für die jagdlichen Interessen des Adels gehegt und gepflegt.

* Kaiserin Maria Theresia übergab den Wienerwald 1755 in staatlichen Besitz.

Als die Verwaltung des Wienerwaldes an die niederösterrichische Finanzlandesdirektion übergeben wurde, war das fast sein Ende. Mit der Ausbeute des Waldes sollte die mit Schulden belastete Staatskasse saniert werden.

* Ein Sturm der Entrüstung kam aus der Bevölkerung, angeführt von Josef Schöffel, dem "Retter des Wienerwaldes", damals Bürgermeister von Mödling.

* Für die Wiener Bevölkerung war der Wienerwald seit jeher eine billige Holz- und Nahrungsquelle. Besonders in Kriegszeiten und danach zu Wiederaufbauzwecken wurde auf die Recourcen des Waldes zugegriffen.

* 1918 wurde die Generaldirektion der ÖBF (Österreichischen Bundesforste) mit der Wald bewirtschaftung betraut.

* Die Wienerwaldgemeinden verfügen über sehr unterschiedlich große Waldflächenanteile. So hat z.B. Brunn am Gebirge nur 0,3 %, während Klausen-Leopoldsdorf stattliche 82,3 % "besitzt". Breitenfurt liegt mit 56,4 % im Mittelfeld.

* Das Forstgesetz ist Rechtsgrundlage des Waldentwicklungsplans (WEP). Der WEP (von der Forstbehörde erstellt) ist ein Rahmenplan, der die Waldverhältnisse im gesamten Bundesgebiet darstellt. Durch vorrausschauende Planung soll dem Forstgesetz über die Waldwirkung der verschiedenen Waldflächen entsprochen werden.

* Die Wertigkeit der Flächen, wird je nach Funktion in einer vierteiligen Skala dargestellt. Die Nutzfunktion ist grundsätzlich Leitfunktion und ist Voraussetzung für die „überwirtschaftlichen Funktionen“ wie Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung.

* In Niederösterreich steht auf ungefähr der Hälfte des Waldgebietes die Nutzfunktion im Vordergrund, im Wiener Bereich fast zur Gänze die Erholungs- und Wohlfahrtsfunktion.

* Die Menge der Holznutzung entspricht etwa der Menge des jährlichen Holzzuwachses. Nur in Wien ist der Holzzuwachs um einiges größer als die Holzmenge der Schlägerung.

Link: (Österreichische Bundesforste)

Link: FORSTnet

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