Die Wienerwaldwiesen gehören durch ihren Artenreichtum an Pflanzen zu den vielfältigsten Europas.Viele Wiesen im Wienerwald werden nur zweimal im Jahr gemäht, dabei bleibt der Artenreichtum erhalten. Die sehr abwechslungsreiche Kulturlandschaft (Streuobstwiesen, Weiden, Magerwiesen, Ackerflächen, kleinen Waldwiesen und der damit verbundene hohe Anteil an verschiedensten Pflanzen und Tieren (Biodiversität) ist jedoch bedroht: durch eine intensive Landwirtschaft,
aber auch durch andere Nutzungsarten, die zu Verbuschung oder Aufforstung führt.
Werden Wiesen sehr früh gemäht und gut gedüngt, sind nicht besonders artenreich. Es wachsen nur Gräser, aber wenige Kräuter. F ür die Milchviehhaltung ist jedoch früh gemähtes Gras ein qualitativ hochwertiges Futter. Durch reichliche Düngung kann man eine Wiese in sehr kurzen Abständen, bis zu sechsmal im Jahr mähen und gewinnt dadurch viel Futter. Die meisten bunten Wiesenpflanzen können dann nicht
blühen und sich vermehren.
Schutz
Die Vielfalt der Nutzung ist notwendig, dass die unterschiedlichen Lebensräume wie Wiesen, Weiden, Streuobstwiesen, Brachen usw. erhalten bleiben. Für Bauern, die ökologisch bewirtschaften gibt es verschiedene Förderungen und Förderprogramme.
Die Heubörse
Die Anzahl der landwirschaftlichen Betriebe ging in den letzten Jahren immer mehr zurück. Es wird nicht mehr so viel Heu gebraucht. Die so ungenützten artenreichen Wiesen würden mit der Zeit verschwinden. Der Verein „Heubörse im Wienerwald“ bemüht sich seit 1997 dem entgegen zu wirken, indem er qualitativ hochwertiges Heu vermttelt. Die Bauern und die zahlreichen Reitbetriebe der Region profitieren davon. Landwirtschaftliche Betriebe, die selbst kein oder nur wenig Heu brauchen, werden durch den Heuverkauf motiviert, die Wiesen weiter zu bewirtschaften und sie dadurch zu erhalten.
Heu
Nur der erste Schnitt der Wiesen wird als eigentliches Heu bezeichnet. Er enthält mehr Faserstoffe und ist besonders für Jungvieh und Pferde geeignet. Die weiteren Grasschnitte sind nährstoffreicher als Heu und besonders für Milchvieh als Futter geeignet.
Ein später Schnitt der Heuwiesen wirkt sich günstig auf die Qualität des Heues aus und natürlich auf die Erhaltung der Artenvielfalt der Wiesen. Die Wiesenpflanzen können blühen, Samen bilden und sich dadurch vermehren. Das Schnittgut wird getrocknet und bei guter Lagerung mehrere Jahre lang als Futtermittel für Nutztiere verwendet.
Auch für viele Tiere
ist der späte Mähtermin wichtig. Der hohe Bewuchs bietet den Tieren Schutz (z.B. Wachtelkönig) und Futterquelle. Weiter zu Wiesenarten 