Die Dorfgemeinschaft Breitenfurt

Die „Dorfgemeinschaft Breitenfurt“ in Breitenfurt bei Wien wurde von engagierte Eltern und Freunden der Karl Schubert Schule (Waldorf Schule für behinderte Kinder) 1987 gründeten. Ziel der „Dorfgemeinschaft Breitenfurt“ ist es, körperlich und geistig schwerstbehinderte junge Menschen auch nach dem 18. Lebensjahr individuell und professionell zu betreuen und eine weiterführende Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für die Abgänger der "Karl Schubert Schule für Seelenpflege - bedürftige Kinder und Jugendliche" in Wien zu schaffen und zu erhalten.

Die Grundsätze "Wechselseitiges Geben und Nehmen", "Freude, Leid und Erfolge gemeinsam erfahren und teilen", sowie "Schwierigkeiten als Gemeinschaft meistern" gelten in der Dorfgemeinschaft Breitenfurt nicht nur theoretisch, sondern werden täglich gelebt. Menschen mit besonderen Bedürfnissen und ihre Betreuer bilden eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, in der jeder seinen Fähigkeiten entsprechend mitwirkt. Begonnen hat die „Dorfgemeinschaft Breitenfurt“ mit 2 Häusern und 1 Pflegestation für 28 behinderte junge Menschen und 30 Betreuer. Bald kam ein drittes Wohnhaus hinzu. Heute werden 42 Behinderte stationär und 20 Behinderte nur tagsüber von 92 Pflegern betreut. Diese hohe Anzahl an Betreuern ist notwendig, da 13 Behinderte bettlägerig sind und rund um die Uhr betreut werden müssen. Zur Therapie stehen den behinderten jungen Menschen 8 Werkstätten zur Verfügung:
Es werden Leder-, Woll- und Holzarbeiten gefertigt, in der hauseigenen Backstube erfolgt die Herstellung von Backwaren für den täglichen Eigenbedarf. Künstlerische bzw. therapeutische Betätigungen wie Malen, Musik, Heileurythmie, rythmische Massagen und Physiotherapien wirken bereichernd im Arbeitsalltag, ebenso wie aktive Freizeitgestaltung, Tätigkeiten in Haus und Garten und freiwillige Mitwirkung bei der Betreuung von schwerstbehinderten Gemeinschaftsmitgliedern in der Pflegestation, bzw. in zwei Therapiewerkstätten zusammen mit dem BetreuerInnen-Team den Tagesablauf bestimmen.

Je nach der Entwicklung und den sich damit verändernden Bedürfnissen der Betreuten bleiben sie ihr Leben lang in der Dorfgemeinschaft oder verlassen sie nach einiger Zeit.

Die Dorfgemeinschaft ist ein Ort, an dem Menschen mit besonderen Bedürfnissen in der Lage sind, in Zusammenwirken mit ihren Betreuern ihren Alltag bestmöglichst zu meistern und sich ihren Fähigkeiten entsprechend in die Gemeinschaft einzubringen.

Quelle: Lions Club Wien Albertina